www.rechtsberaterhaftung.de

A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z    
Urteilsdatenbank:  
Die Urteile sind alphabetisch nach Stichworten geordnet.
Ein Klick auf den Buchstaben zeigt die Stichworte an.
Ein Klick auf das Stichwort zeigt die Urteile an.
Stand:  05.03.2017
Inhalt:   11.460 Urteile

Arzthaftung

Ein Behandlungsfehler ist als grob zu bewerten, wenn der Arzt eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf.
BGH - 25.10.2011 - VI ZR 139/10

Der für die Auswertung eines Befundes verantwortliche Arzt hat all die Auffälligkeiten zur Kenntnis und zum Anlaß für die gebotenen Maßnahmen zu nehmen, die er aus berufsfachlicher Sicht seines Fachbereichs unter Berücksichtigung der in seinem Fachbereich vorausgesetzten Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Behandlungsituation feststellen muß. Vor erkennbaren Zufallsfunden darf er nicht die Augen verschließen.
BGH - 21.12.2010 - VI ZR 284/09

Nach dem Grundsatz der prozessualen Waffengleichheit muß der in Beweisnot befindliche Kläger im Arzthaftungsprozeß jedenfalls dann persönlich zu dem behaupteten Behandlungsfehler angehört werden, wenn das Gericht dem beklagten Arzt bei der Frage der Aufklärung eben diese Möglichkeit der Beweisführung eröffnet.
OLG Karlsruhe - 07.04.2010 - 7 U 114/09

Für die Beweislastumkehr hinsichtlich des Ursachenzusammenhangs zwischen einem ärztlichem Fehler ud einem Gesundheitsschaden reicht es aus, daß die Unterlassung einer aus medizinischer Sicht gebotenen Befunderhebung einen groben ärztlichen Fehler darstelt. Das Unterlassen der gebotenen Therapie ist im Falle der Nichterhebung medizinisch gebotener Befunde nicht Voraussetzung für die Annahme eines groben Behandlungsfehlers mit der Folge der Beweislastumkehr zugunsten des Patienten.
BGH - 29.09.2009 - VI ZR 251/08

Verschreibt ein Arzt in der Schweiz einem in Deutschland wohnhaften Patienten Medikamente, die am Wohnort des Patienten zu schweren Nebenwirkungen führen, über die der Arzt nicht aufgeklärt hat, so ergibt sich die internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte für eine auf deliktische Ansprüche gestützte Klage aus dem Luganer Abkommen (Art.5 Nr.3 LugÜ), weil der Erfolgsort in Deutschland liegt. Denn eine ärztliche Heilbehandlung, die mangels ausreichender Aufklärung ohne wirksame Einwilligung des Patienten erfolgt, führt nur dann zu einer Haftung des Arztes, wenn sie einen Gesundheitsschaden des Patienten zur Folge hat.
BGH - 27.05.2008 - VI ZR 69/07

Das Gericht ist im Arzthaftungsprozeß nicht an die vom Patienten vorgebrachten Gründe für eine vermutete Fehlerhaftigkeit des ärztlichen Handelns gebunden, sondern darf den Sachverständigen darüber hinaus mit der Prüfung beauftragen, ob sonstige für den behaupteten Schaden ursächliche Behandlungsfehler zu erkennen sind.
OLG Oldenburg - 25.02.2008 - 5 W 10/08

Weder der Patient noch sein Rechtsanwalt sind verpflichtet, sich zur Prozeßführung medizinisches Fachwissen anzueignen.
BGH - 08.06.2004 - VI ZR 199/03

Der im Arzthaftungsrecht spezialisierte Rechtsanwalt schuldet seinem Mandanten Kenntnisse auf dem Gebiet des Arzthaftungsrechts, nicht aber Kenntnisse auf dem Gebiet der medizinischen Wissenschaft.
LG Hamburg - 15.05.2003 - 323 O 262/02

Bei Arzthaftungsfällen darf deren Rechtsanwalt den Schadensersatzanspruch seines Mandanten nicht grundsätzlich für aussichtslos halten, weil das Prozeßergebnis regelmäßig von einer Beweissaufnahme abhängt,deren Ergebnis für den medizinischen Laien vorher nicht abschätzbar ist.
OLG Düsseldorf - 15.03.1984 - 8 U 95/83

Siehe auch: Erfolgsaussicht, Prozeßrisiko


top

+++ IMMER EINEN KLICK VORAUS +++ NEWSLETTER LESEN +++ IMMER EINEN KLICK VORAUS +++

© 2003 - 2017 ra-harms.de