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Stand:  26.05.2017
Inhalt:   11.567 Urteile

Mandatsumfang

Hat ein Rechtsanwalt eine Schadensersatzforderung verjähren lassen, worauf der Mandant einen anderen Anwalt lediglich beauftragt, Verhandlungen mit dem Haftpflichtversicherer des ersten Anwalts zu führen, ist dieser Auftrag mit der endgültigen Regulierungsablehnung des Versicherers erledigt. Ohne gesonderten Klageauftrag ist der zweite Anwalt nicht verpflichtet, die zum Ablehnungszeitpunkt noch nicht verjährte Forderung gegen den ersten Anwalt gerichtlich geltend zu machen.
OLG Koblenz - 20.01.2014 - 5 U 1591/13

Es ist nicht Aufgabe des Rechtsanwalts, dem Mandanten grundlegen-de Entschlüsse in dessen Angelegenheiten abzunehmen.
BGH - 19.07.2012 - IX ZR 178/11

Trägt der Mandant einem Rechtsanwalt einen einheitlichen Lebenssachverhalt vor, der unterschiedliche Ansprüche betrifft, ist grundsätzlich von einem umfassenden Auftrag auszugehen. Nur ausnahmsweise ist von der Erteilung eines eingeschränkten Mandats auszugehen, was der Rechtsanwalt darzulegen und zu beweisen hat.
OLG Celle - 24.03.2010 - 3 U 222/09

Ein Rechtsanwalt ist als Rechtsberater grundsätzlich nicht verpflichtet, die wirtschaftlichen Interessen seines Mandanten wahrzunehmen und ihm auf unternehmerischen Gebiet zur Verhütung eines Forderungsausfalls Ratschläge zu erteilen.
BGH - 19.06.2008 - IX ZR 18/07

Die Pflicht eines Rechtsanwalts, seinen Mandanten über den Verlauf des Zwangsversteigerungsverfahrens in den Grundbesitz von dessen Schuldner zu informieren, dient ohne besondere Vereinbarung ihrem Schutzzweck noch nicht dazu, ihm als Gläubiger einen günstigen Eigenerwerb des Grundstücks zu ermöglichen, sondern soll ihm die Möglichkeit sichern, seine Rechte als beteiligter Gläubiger in dem Zwangsversteigerungsverfahren zu wahren und gegebenenfalls auf einen möglichst hohen Versteigerungserlös hinwirken zu können.
OLG Frankfurt - 30.05.2008 - 2 U 254/07

Der konkrete Umfang anwalltlicher Pflichten richtet sich nach dem erteilten Mandat und den Umständen des Einzelfalls. Ziel der anwaltlichen Rechtsberatung ist es, dem Mandanten eine eigenverantwortliche Entscheidung in seinen Rechtsangelegenheiten zu ermöglichen.
OLG Celle - 21.05.2008 - 3 U 49/08

Ein Anwaltsvertrag, der ein auf die Wahrung von Vermögensinteressen gerichteter Vertrag ist, begründet keine Obhutspflichten des Rechtsanwalts für die psychische Verfassung des Mandanten.
OLG Frankfurt - 30.04.2008 - 4 U 176/07

Ohne besonderen Auftrag gehört es nicht zu Pflichten eines Berufungsanwalts, die materiellen Gründe des Berufungsurteils einer eingehenden Prüfung auf ihre Richtigkeit zu unterziehen, erfolgversprechende Angriffspunkte herauszuarbeiten und sie auf ihre Revisibilität hin zu untersuchen.
BGH - 24.05.2007 - IX ZR 142/05

Behauptet ein Mandant im Anwaltsregreß die Erteilung eines unbeschränkten Mandats, während der in Anspruch genommene Rechtsanwalt ein beschränktes Mandat behauptet, so liegt die Beweislast für den Umfang des Auftrags beim Mandanten.
KG - 14.12.2006 - 1 U 55/06

Ein Steuerberater haftet auch für einen durch fehlerhafte Beratung schuldhaft verursachten Vermögensschaden seines Mandanten, sofern die Vermeidung eines entsprechenden Nachteils zum Inhalt der übernommenen Vertragspflichten gehörte.
BGH - 07.12.2006 - IX ZR 37/04

Auch wer als juristisch vorgebildeter Auftraggeber einen spezialisierten Rechtsanwalt hinzuzieht, gibt damit zu erkennen, daß er auf dem betreffenden Fachgebiet nicht die erforderlichen Fachkenntnisse hat und auf fremde Hilfe angewiesen ist. Der Spezialist schuldet seinem Mandanten die Beratung in vollem Umfang.
OLG Düsseldorf - 26.10.2006 - I-6 U 219/05

Es gibt keinen Erfahrungssatz, wonach ein Mandant regelmäßig ein umfassendes, nach Grund und Höhe unbeschränktes Mandat erteilt.
BGH - 20.07.2006 - IX ZR 47/04

Bei einem eingeschränkten Mandat treffen den Rechtsanwalt nur dann besondere Warnpflichten für außerhalb des Mandats liegende Umstände, wenn diese dem Anwalt bekannt oder für ihn offenkundig sind.
BGH - 06.07.2006 - IX ZR 161/05

Die rechtliche Beratung des Mandanten dient seiner Information für eine eigene freie Entscheidung. Der Rechtsberater muß nicht auf Befolgung seines Rates drängen und den Nachdruck seiner Hinweise steigern, wenn der Mandant sich für seine Vorschläge nicht aufgeschlossen zeigt.
BGH - 22.09.2005 - IX ZR 205/01

Schickt ein Mandant seinem Rechtsanwalt nach Erlaß eines vollstreckbaren Urtels und Erteilung eines Zwangsvollstreckungsauftrages einen Grundbuchauszug, aus dem sich die Eigentumsverhältnisse des Schuldners an dem Grundstück ergeben, ist der Anwalt dafür darlegungs- und beweispflichtig, daß sein Mandant von einer Zwangsvollstreckung in die Immobilie Abstand genommen hat.
OLG Celle - 31.08.2005 - 3 U 71/05

Die Frage der Beweislastverteilung bei behaupteten Vertragsverletzungen eines Anwalts oder Steuerberaters ist vom Bundesgerichtshof geklärt. Die Beweislast trifft grundsätzlich den Mandanten, der damit auch den Umfang des erteilten Mandats darzulegen und zu beweisen hat.
BGH - 21.07.2005 - IX ZR 150/02

Aufgrund eines eingeschränkten Mandats muß ein Steuerberater seinen Mandanten nicht vor steuerlichen Nachteilen, die außerhalb des Mandats drohen, warnen, wenn er davon ausgehen kann, daß sein Mandant anderweitig fachkundig beraten ist. Leitet der Steuerberater aus einer unterlassenen Nachfrage seines Mandanten ein Mitverschulden des Mandantan ab, muß er beweisen, daß die Anfrage unterblieben ist.
BGH - 21.07.2005 - IX ZR 6/02

Ohne sachlichen Grund darf ein Anwalt aus einem Mandat nicht mehrere Angelegenheiten machen und damit ein höheres Honorar erzielen.
BGH - 11.12.2003 - IX ZR 109/00

Im Rahmen eines unfassenden Steuermandats hat der Berater die Pflicht, die Interessen seines Mandanten optimal zu wahren, ihn umfassend steuerlich zu beraten und dabei den relativ sichersten Weg aufzuzeigen und ihn vor Schaden zu bewahren.
OLG Köln - 21.11.2002 - 8 U 44/02

Der Rechtsberater hat sich grundsätzlich nur mit den tatsächlichen und rechtlichen Aufgaben zu befassen, die zur pflichtgemäßen Erledigung des ihm erteilten Auftrags zu beachten sind.
OLG Nürnberg - 09.11.1999 - 11 U 1632/99

Ein Rechtsanwalt, der beauftragt worden ist, wegen einer bestimmten Vermögensposition gesetzliche Ansprüche zu prüfen, muss den Mandanten vor der drohenden Verfristung anderer Ansprüche aus demselben Gesetz warnen, wenn er von diesen erfährt und annehmen muss, dass der Mandant sich dieser Gefahr nicht bewusst ist.
BGH - 09.07.1998 - IX ZR 324/97

Gibt ein Mandant bei Abschluß eines Anwaltsvertrages eine Erklärung ab, die entweder einen beschränkten Auftrag oder ein unbeschränktes Mandat mit einer Weisung zum Inhalt haben kann, so ist der Inhalt des daraufhin abgeschlossenen Vertrages im Wege der Auslegung zu ermitteln.
BGH - 13.03.1997 - IX ZR 81/96

Sind Weisungen des Mandanten unsinnig oder allgemein querulatorisch, muss der Rechtsanwalt diese Anweisungen nicht befolgen
OLG Karlsruhe - 08.03.1994 - 3 U 45/93

Siehe auch: Steuerberaterhaftung


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