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Stand:  17.07.2017
Inhalt:   11.583 Urteile

Beratungsgerechtes Verhalten

Die im Anwalts- und Steuerberatervertragsrecht geltende Vermutung zugunsten des Mandanten, dass dieser sich bei vertragsgerechtem Verhalten beratungsgemäß verhalten hätte, greift nicht ein, wenn nicht nur eine einzige verständige Entschlussmöglichkeit bestanden hätte, sondern verschiedene Handlungsweisen ernsthaft in Betracht gekommen wären, die unterschiedliche Vorteile und Risiken in sich geborgen hätten.
OLG Stuttgart - 28.08.2012 - 12 U 18/12

Eine Rechtsanwaltssozietät ist auch dann verpflichtet, über die Erfolgsaussichten eines von der Mandantin beabsichtigten Rechtsstreits zu belehren, wenn das Mandat von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung erteilt worden ist, deren Geschäftsführer und Gesellschafter selbst Rechtsanwälte und Mitglieder der beauftragten Sozietät sind. Auch in diesem Fall kann vermutet werden, die Mandantin hätte sich bei pflichtgemäßer Belehrung beratungsgerecht verhalten und wäre dem anwaltlichen Rat gefolgt.
BGH - 10.05.2012 - IX ZR 125/10

Derjenige, der vertragliche oder vorvertragliche Aufklärungspflichten verletzt hat, ist beweispflichtig dafür, dass der Schaden auch eingetreten wäre, wenn er sich pflichtgemäß verhalten hätte, der Geschädigte den Rat oder Hinweis also unbeachtet gelassen hätte.
BGH - 08.05.2012 - XI ZR 262/10

Im Steuerberatervertragsrecht gilt bei allen Verstößen gegen die Beratungspflicht zugunsten des Mandanten die tatsächliche Vermutung, dieser hätte sich bei vertragsgerechtem Verhalten des Steuerberaters beratungsgemäß verhalten, sofern bei sachgerechter Aufklärung aus der Sicht eines vernünftig urteilenden Menschen eindeutig eine bestimmte Reaktion nahegelegen hätte, sodaß die Grundsätze des Anscheinsbeweises zur Anwendung kommen.
LG Paderborn - 08.05.2009 - 2 O 399/08

Im Rahmen von Verträgen mit rechtlichen oder steuerlichen Beratern gilt die Vermutung, daß der Mandant beratungsgemäß gehandelt hätte, nur, wenn im Hinblick auf die Interessenlage oder andere objektive Umstände eine bestimte Entschießung des zutreffend unterrichteten Mandanten mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen wäre. Voraussetzung sind danach tatsächliche Feststellungen, die im Falle sachgerechter Aufklärung durch den Berater aus der Sicht eines vernünftig urteilenden Mandanten eindeutig eine bestimmte tatsächliche Reaktion nahegelegt hätten.
BGH - 05.02.2009 - IX ZR 6/06

Die Vermutung eines beratungsgerechten Verhaltens setzt voraus, daß bei einer pflichtgemäßen Beratung eines Anwalts für den Mandanten nur eine Entscheidung nahe gelegen hätte.
BGH - 16.12.2008 - IX ZR 243/06

Die Vermutung beratungsgerechten Verhaltens kann durch die Nichtbeachtung früherer und späterer Belehrungen des Rechtsanwaltes widerlegt werden.
OLG Schleswig - 17.01.2008 - 11 U 27/07

Für die Beurteilung der Frage, ob dem Mandanten durch die fehlerhafte Beratung des Steuerberaters ein Schaden entstanden ist, ist festzustellen, wie sich der Kläger bei pflichtgemäßer steuerlicher Beratung verhalten hätte. Hierzu müssen die Handlungsvarianten geprüft werden, die dem Mandanten offengestanden hätten. Deren Rechtsfolgen müssen ermittelt sowie miteinander und mit den Handlungszielen des Mandanten verglichen werden.
OLG Celle - 02.05.2007 - 3 U 238/06

Die Vermutung beratungsgemäßen Verhaltens des Mandanten greift nur, wenn bei pflichtgemäßer Beratung des Anwalts aus damaliger Sicht des Mandanten vernünftigerweise nur eine Entscheidung nahegelegen hätte.
BGH - 13.01.2005 - IX ZR 455/00

Bei Verletzung vertraglicher Beratungspflichten durch den Rechtsberater besteht nach ständiger Rechtsprechung die Vermutung, daß sich der Mandant beratungsgemäß verhalten hätte.
LG Hamburg - 11.05.2004 - 321 O 433/03


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